WISSENSCHAFTLER DER DEUTSCHEN SPORTHOCHSCHULE KÖLN NEHMEN DEN BAUCHTANZ UNTER DIE LUPE
Welchen Trainingseffekt bringt der Bauchtanz mit sich? Dieser Frage ging jetzt Professor Froböse von der Kölner Sporthochschule nach.
Mittels einer speziellen Untersuchungsmethode, der Elektromyografie, zeigte sich bei der Probandin während des Bauchtanzes, die Aktivität des Trapezmuskels, des langen Rückenstreckmuskels, des Bauch sowie
des Gesäßmuskels.
Bauchtanz als Ausdauertraining
Regelmäßiger Bauchtanz von rund 60 Minuten Dauer trainiert nicht nur o. g. Muskeln, sondern auch Herz und Kreislauf. Damit kann Orientalischer Tanz sogar als Ausdauertraining genutzt werden, vergleichbar in seiner
Wirkung etwa dem Joggen oder Radfahren.
Eine geringe Intensität des Trainings ging mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 113 Schlägen pro Minute einher, die sich bei hohen Belastungsintensitäten auf 144 Schläge pro Minute steigerte.
Ein Training unter gesundheitlichen (oder auch ästhetischen) Gesichtspunkten sollte aber ausschließlich mit geringerer Intensität durchgeführt werden. Gerade für Untrainierte reicht eine Belastung von ca. 110/115
Herzfrequenz pro Minute aus.
Diese sollte über einen längeren Zeitraum (ca. 45 Minuten) beibehalten werden. Wer auf diese Weise tanzt, wird ebenso seinen Fettstoffwechsel ankurbeln und mehr Fett verbrennen. Gemeinsam mit einer fettarmen
Ernährung lässt sich auf diese Weise die Figur verbessern.
Bauchtanz aktiviert viele Muskelpartien
Jeder, der einmal Bauchtanz probiert hat, hat am eigenen Leibe gespürt, wie etliche Muskeln beansprucht werden. Die Sportwissenschaftler ermittelten besonders intensive Reaktionen bei Bauch-, Rückenund
Gesäßmuskulatur. Diese erreichten immerhin rund ein Fünftel ihrer maximalen Kontraktionsfähigkeit. Bei den unterschiedlichen Übungsformen ließ sich erkennen, dass selektiv einzelne Muskelgruppen, aber auch
Muskelketten in ihrer Gesamtheit aktiviert werden.
Für den Bauch (M. abdominis) zeigten folgende Übungsformen besonders intensive Muskelreaktionen:
- Hüftkick
- Twist
- Hüftkreisen
- Hüftrolle
Für den Rücken (M. erector spinae):
- Hüftkick
- Hüftkreisen
- Stehende-liegende-Acht
Für die Gesäßmuskulatur (M. gluteus medius):
Orientalischer Tanz als Sport
Die Pilotstudie zeigte folgende Effekte von Bauchtanz:
Trainingseffekt für Herz- und Kreislauf
Steigerung des Stoffwechsels (Fettstoffwechsel) besonders bei geringen Intensitäten
Hohe Intensitäten sind nur etwas für Expertinnen bzw. gut trainierte Sportlerinnen
Die Aktivität der Muskulatur zeigt insbesondere einen Effekt auf Bauch-, Rücken-, und Hüftmuskulatur
Für eine differenzierte Bewertung der Beanspruchung durch Bauchtanz ist es notwendig, Daten einer größeren Stichprobe zu erheben.
Darüber hinaus untersuchte Professor Froböse die Belastungsreaktion des so genannten Kapuzenmuskels (M. trapezius):
Dieser ist bei nahezu allen Übungsformen einbezogen und aktiv, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Für diese Muskelgruppen kann daher nur von minimalen Trainingsreizen ausgegangen werden. Dennoch kommt der
Bauchtanz auch dieser Muskelpartie zugute, wenn auch eher im entspannenden Sinne, da der Stoffwechsel und damit die Durchblutung gesteigert wird.
Quellenangabe: Textauszug aus dem Buch “Bauchtanz, Lebenselexier aus dem Orient, Tänze und Genüsse aus 1001 Nacht” (WDR) von hobbythek, Verlag: VGS
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