Sexualität & Bauchtanz

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Erfahrungen mit Bauchtanz von Frauen mit Menstruationsbeschwerden

In ihrer Diplom-Arbeit an der Universität Hamburg untersuchte Anette Paffrath die   gesundheitsfördernden Aspekte des Orientalischen Tanzes (www.paffrath.de/publikationen). Die Frauen der Untersuchung nahmen an fünf aufeinander folgenden Samstagen an einem  Bauchtanzkursus teil.

Nach diesen Tanzübungen zeichneten sie ihr eigenes Körperbild, entsprechend ihrem Befinden. Nach dem Tanzkursus tauschten sich die Frauen in einer Gesprächsgruppe über die in der Bewegung erlebten Erfahrungen aus. Alle Teilnehmerinnen litten seit Jahren unter Menstruationsbeschwerden.

Der Untersuchungszeitraum war zu kurz, um eine Verbesserung der Menstruationsbeschwerden statistisch nachweisen zu können. Dennoch zeigten die Aussagen der Frauen deutlich eine positivere Einstellung im Verlauf des Trainings zu ihrer Menstruation, zur Sexualität und zu ihrem Körper. Sie nahmen den eigenen Körper sensibler wahr und beschäftigten sich intensiver mit ihrem Zyklus.

Sexualität: Sich in der Begegnung öffnen Ein wichtiges Gefühl von Frauen, die unter sexuellen Störungen leiden, ist Hilflosigkeit und die Angst, sich dem Mann gegenüber auszuliefern. Eine der sexuellen Störungen, die bei Frauen sehr häufig auftritt, ist die so genannte Appetenzstörung, d.h. Unlustgefühle in Bezug auf Sex. Vielen Frauen fällt es schwer, ihre Lust positiv zu sehen. Sie fürchten, missverstanden oder moralisch abgewertet zu werden. Diese Haltung erschwert es, sich in der sexuellen Begegnung zu öffnen und hinzugeben. Für sie ist die Tatsache, dass Männer Frauen begehren, eine Möglichkeit, in der sexuellen Situation die Kontrolle über den Mann zu nehmen. Die Fähigkeit zum Orgasmus ist aber daran gekoppelt, sich bedingungslos in der Begegnung zu öffnen und egoistische Bedürfnisse loszulassen. In der orgas mischen Erfahrung lösen sich die Grenzen zwischen Mann und Frau auf. Sie werden für einen Moment eins. Einem Menschen, der sich vom anderen Geschlecht nicht als gleichwertig respektiert fühlt, wird es schwer fallen, zu vertrauen und seine Angst vor Verletzungen zu überwinden. Bei sexuellen Störungen können traumatische Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend wie sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung oder Vergewaltigung unter Umständen eine Rolle spielen.

Für viele Frauen ist es nicht leicht, selbst nach einer Psychotherapie, den eigenen Körper als schön und gesund zu empfinden. Andererseits spüren sie den Wunsch, einem Mann zu begegnen. Im Orientalischen Tanz können Frauen ihren Körper heilen. Sie erleben ihren Brust und Beckenbereich vollkommen unabhängig von einer sexuellen Situation. Über die Tanzbewegungen kann die Frau neues Vertrauen zu ihrem Körper aufbauen und ihm achtsame Zuwendung geben. Nicht ihr Köper trägt die Schuld für die schmerzhaften Erlebnisse, sondern diejenigen, die diese Seele und diesen Körper nicht geachtet haben.

 

 

 

 

 

 

Der geschützte Raum einer Bauchtanzgruppe kann gerade diesen Frauen sehr helfen. Eine heilende Erfahrung ist es, sich erotisch und verführerisch zu bewegen, aus Spaß und Freude, ohne etwas einlösen zu müssen. Viele Frauen haben Angst vor moralischen Bewertungen, wenn sie sich erotisch bewegen. Eine Frau die in der sexuellen Begegnung passiv ist, wird die Sexualität eher schmerzhaft erleben und sich dann verkrampfen, weil ihr Becken mit den Bewegungen des Mannes nicht mitschwingt. Die Frau aber, die die Kraft ihrer Beine, ihres Beckens und ihrer Vagina kennt, muss sich nicht vor der männlichen Sexualität fürchten.

 

 

Quellenangabe: Textauszug aus dem Buch “Bauchtanz, Lebenselexier aus dem Orient, Tänze und Genüsse aus 1001 Nacht” (WDR)  von hobbythek, Verlag: VGS