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Schwangerschaft & Bauchtanz
Die Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitung kennt etliche Übungen, die Elementen des Orientalischen Tanzes ähneln. Die körperliche Verunsicherung während der Pubertät setzt sich oft bei den Frauen in der
Schwangerschaft fort. Viele trauen sich eine Schwangerschaft nicht zu, haben Angst vor ihren wachsenden Brüsten und ihrem wachsenden Bauch oder vor einer Fehlgeburt. Sie befürchten die Kontrolle über ihren
Körper und ihr Leben zu verlieren. Sie haben Sorge, ihr Körper könne durch das Baby verletzt werden oder sein höheres Gewicht nie wieder los werden. Die Bilder der Werbung setzen die Frauen zusätzlich unter
Leistungsdruck, weil sie ihre Mutterschaft als Prüfstein und nicht als eine neue, aufregende Erfahrung begreifen. Etliche Frauen fühlen sich von ihren Männern alleine gelassen und nicht verstanden. Diese Erfahrung
verstärkt die Selbstzweifel, die Minderwertigkeitsgefühle und die Verlustängste der Frau.
Selbstverständlich sind nicht alle Bewegungen des Orientalischen Tanzes während einer Schwangerschaft empfehlenswert. Die Shimmys etwa sind nur bedingt geeignet, weil zu starke Vibrationen bei einer Frau, die in
ihrem Leben nie Sport getrieben hat, unter Umständen im frühen Stadium der Schwangerschaft Blutungen auslösen könnten. Eine Frau, die mit dem Orientalischen Tanz schon vertraut ist, hat ein gutes Gefühl zu ihrem
Körper. Sie kann einschätzen, welche Bewegungen für sie gut sind und wo ihre Grenzen liegen. Als Schwangere mit einer erfahrenen Tanzlehrerin in einer Gruppe von schwangeren Frauen zu tanzen, kann eine wunderschöne
Erfahrung sein. Das Natürliche einer Schwangerschaft, Leben zu geben und dem Leben zu vertrauen, wird wieder spürbar. Der Leistungsgedanke ist unwichtig, die Freude am wachsenden Leben steht im Vordergrund.
Die Verbundenheit der Gruppe trägt dazu bei. Verlassenheitsgefühle zu überwinden, vor allem dann, wenn die Familie und der Partner der Frau wenig Halt geben. Eine Frau, die ihren schwangeren Körper genießen kann,
wird ihren Körper auch auf die passende Weise nähren. Jede Frau, die einmal schwanger werden möchte, kann den Bauchtanz für sich nutzen, um Selbstvertrauen in ihre Weiblichkeit zu gewinnen.
Bauchtanz als Geburtsvorbereitung
Während der Geburt gibt es sehr häufig einen Moment, in dem eine Frau in Panik gerät. Dies kann durch zu lange Wehen, Müdigkeit, Schmerzen und Überreizung passieren. In derartigem akuten Stress machen wir uns eng,
halten die Luft an, atmen nur noch flach, bis hin zur Hyperventilation. Der Orientalische Tanz vermittelt Frauen die richtige Kondition, eine Geburt durchzustehen. Das langsame Beckenkreisen eignet sich gut, um tief
zu atmen und sich zu konzentrieren. Während der Wehen kommt es auf Hingabe an. Leistungsdruck ist fehl am Platz. Jede Geburt hat ihr eigenes Tempo und ihre eigene Dynamik. Es gibt im Orientalischen Tanz eine Übung,
das Bauchflattern, die dem „Hecheln" in der Geburtsvorbereitung entspricht. Diese Übung ist gut, um nicht in Panik zu geraten, wenn die Wehen in besonders kurzem Abstand kommen oder wenn bei einer Presswehe
noch nicht gepresst werden darf, damit das Kind den Geburtskanal gut passieren kann.
In der Endphase der Geburt kommt es auf einen guten Kontakt zum Becken und zur Muskulatur des Beckenbodens an. Die Presswehen können intensiver genutzt werden, wenn Frauen mit Hilfe der Muskeln des Beckenbodens das
Baby tief ins Becken und in den Geburtskanal hineinpressen. Auf diese Weise kann das Kind häufig schon durch zwei oder drei intensiv unterstützte Presswehen auf die Welt kommen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass
der Bauchtanz die Geburt unserer Kinder zu einem schönen und harmoni schen Erlebnis machte.
Quellenangabe: Textauszug aus dem Buch “Bauchtanz, Lebenselexier aus dem Orient, Tänze und Genüsse aus 1001 Nacht” (WDR) von hobbythek, Verlag: VGS
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