Kinder & Bauchtanz

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ORIENTALISCHER TANZ UNTERSTÜTZT DIE WEIBLICHE ENTWICKLUNG

Trotz der Emanzipationsbewegung und der positiven Entwicklung in der Geburtshilfe, in der die Hebammen wieder mehr Kompetenz bekommen und die Väter in die Geburt miteingebunden werden, sind Frauen in Bezug auf ihren Körper häufig nicht selbstbewusst, schnell verunsichert und geraten leicht in eine passive Rolle. Im mittelalterlichen Christentum wurden Hebammen als Feindinnen des katholischen Glaubens gesehen und ihre Arbeit kritisch gewertet. Vor allem die Tatsache, dass sie Frauen über ihre Sexualität aufklären konnten, war dem Klerus unheimlich. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts weigerten sich viele Mediziner, das Kindbettfieber zu behandeln, denn es wurde als göttliche Strafe für ein lasterhaftes Leben angesehen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schloss der US-Kongress auf Veranlassung der American Medical Association die Hebammen von der Ausübung der Geburtshilfe aus. Die pränatale und perinatale Geburtsforschung sowie die Arbeiten von Frederic Le Boyer über die sanfte Geburt und indische Säuglingsmassage in den 1970er Jahren trugen dazu bei, die Geburt wieder in die Hände von Frauen zu legen. Le Boyer reiste nach Indien, um die alten Traditionen zur Geburtshilfe zu erforschen und dieses Wissen westlichen Frauen zu vermitteln.

Bauchtanz für Kinder

Für Kinder ist es einfach schön, den Bauchtanz zu erlernen. Für einen natürlichen Aufbau der Muskulatur und den Spaß am Körper ist der Tanz für Kinder ideal, weil er den ganzen Körper trainiert und sich in der Regel keine Schäden durch einseitige Belastungen aufbauen können. Die Bewegungen schaffen eine gute Basis für das spätere Erlernen anderer Tanzformen. Da der Bauchtanz im Wesentlichen ein Improvisationstanz ist, haben Kinder die Möglichkeit, ihre sich noch entwickelnde Seele auszudrücken und zu festigen. Viele Kinder kennen die Märchen aus 1001er Nacht und sind neugierig, den Bauchtanz kennen zu lernen. Wir werden von Freundinnen unserer Töchter häufig gebeten, zu tanzen. Wenn die Musik spielt, tanzen meistens auch die anwesenden Jungen mit und haben eine Menge Spaß. Leider ist es eine traurige Entwicklung unserer Zeit, dass die meisten Kinder sich heute zu wenig bewegen und es zu motorischen Problemen kommt. Viele Ärzte beklagen bei der Einschuluntersuchung Koordinationsprobleme und das zunehmende Übergewicht vieler Kinder. Viele Bauchtanzlehrerinnen bieten Kurse für Kinder an, denn Kinder haben Spaß an den orientalischen Rhythmen, an Verkleidungen mit dem Schleier und an den farbigen Kostümen.

Kinder haben meistens noch keine Hemmungen sich spontan zur Musik zu bewegen. Im Gegenteil - es macht ihnen Spaß.

Die Tradition des Orientalischen Tanzes, in der das Wissen um die Heilkunde der Frauen über Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege weisen Frauen unterstand, bringt Frauen wieder in den Kontakt mit ihrer weiblichen Kraft und Freude. Er unterstützt jede Frau in den   Entwicklungsphasen ihres Lebens.

 

 

 

 

 

Pubertät als liebevolle Vorbereitung auf Weiblichkeit

Die wesentlichen Veränderungen in der Pubertät für ein Mädchen sind das Wachstum ihres Busens und das Einsetzen der Menstruation. Wenn ein Mädchen auf diese Veränderungen liebevoll vorbereitet wird, wird es diese Schwelle zum Frausein als etwas Aufregendes und Positives begreifen können.

Die Bewegungen des Orientalischen Tanzes vermitteln jungen Mädchen vor allem Freude und Lust, ihre aufblühende Weiblichkeit zu genießen. Sie lernen ihr Becken zu lockern, so dass es gut durchblutet wird. Die Fähigkeit, das Becken bewusst zu lockern und zu entspannen, hilft Menstruationskrämpfen vorzubeugen. Bei der ersten sexuellen Begegnung fühlt sich ein Mädchen weniger ausgeliefert, wenn sie keine Scheu hat, ihr Becken aktiv zu bewegen. Durch die Beweglichkeit des Brustkorbes bekommt der Busen Halt und Festigkeit.

Viele Mädchen erleben heutzutage die Pubertät ambivalent oder negativ. Sie empfinden die Veränderungen ihres Körpers als bedrohlich. Es fehlt ihnen ein Konzept von Weiblichkeit, mit dem sie sich sicher und stark fühlen. Mädchen müssen verinnerlichen, auf diese Veränderungen stolz zu sein. Viele Mädchen fühlen sich in der Pubertät von ihrer Familie nicht unterstützt und beginnen an ihrem Selbstwert zu zweifeln. Aus dem Gefühl, nicht genügend geliebt zu werden, lehnen sie ihren Körper ab und ziehen sich zurück. Bei vielen Teenagern entwickeln sich in dieser Lebensphase die Essstörungen Anorexie und Bulimie.

Die seelische Verunsicherung und das Gefühl von Verlassenheit können unter anderem dazu führen, dass die Mädchen über die Kontrolle ihres Körpers versuchen, auch wieder die Kontrolle über ihre Gefühle zu bekommen. Zu viele Mädchen geraten auf diese Weise in die o.g. psychosomatischen Erkrankungen. Es fehlen ihnen die familiäre Unterstützung, aber auch alternative Lösungsmodelle für ihre Konflikte.

Für eine Frau, die akut magersüchtig oder bulimisch ist, können die Bewegungen des Tanzes möglicherweise zu stark und bedrohlich sein. Wenn eine Frau ihre Erkrankung bereits therapeutisch aufgearbeitet hat, ist der Orientalische Tanz aber eine gute Möglichkeit einen neuen Zugang zu ihrem Körper zu finden, ihre Weiblichkeit ohne Bewertungen zu entdecken und anzunehmen.

Der Menstruationszyklusals Rhythmus der Natur

Viele Frauen bewerten ihre Menstruation eher negativ und sehen in ihr ein lästiges Übel. Dies führt häufig zur Missachtung des eigenen Zyklus. Durch die monatliche Bauchtanz begleitet die Frau durch ihr ganzes Leben.

Blutung reinigt sich der Körper und bereitet sich auf den nächsten Zyklus vor. Frauen, die diesen Aspekt ihrer Weiblichkeit nicht annehmen können, leiden häufig unter den körperlichen Veränderungen vor dem Einsetzen ihrer Periode. Frauen, die sich beruflich unter Druck setzen, neigen dazu ihr Becken stark zu verspannen. Die Menstruation kann dann sehr schmerzhaft werden. Auch hier lohnt es sich, auf die Botschaften des Körpers zu hören:

 

 

 

 

Amenorrhoe, d.h. Ausbleiben der Regel, kann die Ablehnung der eigenen Frauenrolle bedeuten. Im Symptom Dysmenorrhoe, d.h. der schmerzhaften Regelblutung, die in Verbindung mit Koliken, Migräne, Erbrechen und Kreislaufproblemen auftreten kann, drückt sich unter Umständen die Wut auf den Körper und das Frausein aus.

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) geht oft einher mit der Ablehnung weiblicher Lebensprozesse. Die wesentlichen körperlichen Symptome des PMS sind: drückende und ziehende Schmerzen im Unterleib, einige Tage vor Eintritt der Periode, Spannungsgefühl vom Bauch bis in die Beine und in den Brüsten, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen, besonders um die Augen, in Füßen und Händen, Blähungen, Völlegefühl und Verstopfungen. Die psychischen Symptome sind Nervosität, Reizbarkeit, emotionale Labilität, Aggressivität, depressive Verstimmungen, Angstgefühle, Schlafstörungen sowie Erschöpfungszustände. In dem Störungsbild der Endometriose, die dadurch entsteht, dass sich Teile der Gebärmutterschleimhaut ablösen, in den Darm wandern und dort zur Zeit der Regelblutung schmerzhafte Koliken auslösen, drückt sich auf der körperlichen Ebene

Enttäuschung und Frustration aus. Die fehlende Selbstliebe wird häufig durch übermäßigen Genuss von Süßigkeiten ersetzt.

Viele Frauen übernehmen unbewusst gesellschaftliche Wertungen oder die Einstellungen ihrer Mütter. Sie bewerten die Menstruation als schmutzig und verdrängen sie. Die Beschäftigung mit den alten Mythen und den kulturellen Wurzeln des Bauchtanzes erinnert auch moderne Frauen daran, dass die Menstruation ursprünglich positiv gesehen und respektiert wurde. Schließlich verläuft das gesamte Leben zyklisch und rhythmisch. Das ist auch die Essenz der Geschichte von Ishtar und Tammuz. Wenn Frauen dieses Gesetz des Lebens annehmen, müssen sie ihren Zyklu; nicht abwehren. Sie können sich vor der Periode Ruhe, Schutz und Rückzug erlauben, ohne ihre Bedürfnisse als Schwäche zu sehen. Sie können dann aber auch ihre Menstruation genießen, den Moment, in dem sich Spannungen in der Gebärmutter auflösen. Viele Frauen fühlen sich während der Menstruation sexuell erregbar, trauen sich aber nicht ihre Lust zu leben, aus Angst vor Ablehnung. In den Kulturen, die die Große Mutter verehrten, gab es Initiationsfeiern für Mädchen, die ihre erste Periode bekamen. Die Mädchen verbanden ihre Menstruation mit Freude, Lust, Musik und Tanz. Viele Mütter, die ihren Töchtern heute eine positive Einstellung mitgeben möchten, fühlen sich jedoch allein und ratlos.

 

Quellenangabe: Textauszug aus dem Buch “Bauchtanz, Lebenselexier aus dem Orient, Tänze und Genüsse aus 1001 Nacht” (WDR)  von hobbythek, Verlag: VGS